Werden Sie Flugpate
Text: Sonja Schröder
Flugpate werden -
damit begann meine Laufbahn im Tierschutz. Zuerst suchte ich nach einem Verein, der einen Flugpaten braucht. Eine Freundin kannte so einen, aber man findet Gesuche für Flugpaten auch im Internet. Auf den verschiedenen Homepages der Tierschutzvereine oder man googelt einfach nach `Flugpate´. Selbstverständlich habe ich gleich dreimal nachgefragt, ob mir wirklich keine Kosten entstehen. Ich bin ein mistrauischer Mensch und außerdem findet man in manchen Foren immer wieder mal Einträge, in denen manche Zeitgenossen die -falsche- Meinung vertreten, ein Flugpate bezahle den Flug. Das ist wirklich nicht so, auch mir sind keinerlei Kosten entstanden. Flugpaten oder kurz FP´s genannt begleiten den Hund auf seinem Flug in ein neues, manchmal das Leben an sich. Viele würden sterben ohne die Hilfe ihrer FPs. Was ich auch noch gemacht habe, und jedem nur empfehlen kann, ist googeln nach dem Verein bei dem man sich als FP bewirbt. Oder sich erkundigen, vielleicht hat man ja im Bekannten oder Freundeskreis Menschen mit Tierschutzerfahrung. Leider treiben sich nicht nur im Cyberspace böse Menschen herum, sondern auch in der Realität. Und leider gibt es Leute die zwar behaupten Tierschützer zu sein, aber genauso auf `Kundenfang`aus sind, wie die bekannten Hütchenspieler in den Fußgängerzonen. Also regelrechte Betrüger. Glücklicherweise sind die meisten etablierten Vereine sehr seriös und darauf bedacht, dass mit ihren FPs nichts schief geht. Schließlich sind sie alle zum Wohle ihrer Schützlinge auf das gelingen der Zusammenarbeit mit den FPs angewiesen. Und ich muß sagen, wie tausende andere Menschen auch, nach der Erfahrung die ich bei meinem ersten Kontakt mit den Tierschutzern hatte: Ich werde immer wieder Flugpate machen, wenn ich die Gelegenheit dazu habe!
Nachdem der erste meist telefonische Kontakt mit dem Tierschutzverein hergestellt ist, wollen die Tierschützer ein paar Angaben von Ihnen. Die meisten finden Sie auf ihrem Ticket. Nix schlimmes Datum, Uhrzeit, Fluglinie und Flugnummer sind so die Hauptangaben, die gebraucht werden. Von da an können Sie dann Ihren Urlaub geniesen - Sie werden erst bei der Heimreise wieder gebraucht. Nur manchmal bitten die TS-Verein, ob die Flugpaten leere Boxen mit ins Urlaubsland nehmen können. Dann haben Sie die Prozedur schon auf dem Hinflug- zum Trockenüben sozusagen, da ohne Hund.
Am morgen meines Heimflugs - ich kam mal wieder auf den letzten Drücker -wartete ein freundlicher junger Mann (es kann auch eine freundliche Dame sein) am Flughafen auf mich. Kein Problem sagte er, dass ich so spät komme, schön, dass ich da wäre. Und als erstes händigte er mir die Hundepässe aus, zeigte und erklärte mir die Eintragungen, so dass ich nachvollziehen konnte, das mit den Impfungen alles in Ordnung war. Dann begleitete er mich zum Schalter meiner Fluglinie. Nebenbei schob er einen Flughafentrolly, auf dem sich zwei Boxen mit je einem Hund befanden. Beim check-in fragte mich eine liebenswürdige Dame ob das in Ordnung sei, dass die Hunde auf mein Ticket reisen würden. Ich nickte und harrte der Dinge die jetzt kommen sollten! Na ja, die Dame vom Bodenpersonal lächelte reichte mir mein Ticket zurück und wünschte mir einen schönen Flug. Mehr wollte gar keiner von mir. Der junge Mann verabschiedete sich, und ging die Hunde einchecken. Nein, nein versicherte er mir, meine Hilfe wäre dabei nicht nötig.
Nach einem ruhigen und entspannten Flug stieg ich im Heimathafen aus und wanderte zum Gepäckband. Dort hatten nette Mitarbeiter des Bodenpersonals meine beiden Boxen schon neben das Band gestellt. Weil sich immer Menschen finden, die einer allein reisenden älteren Dame zur Hand gehen, halfen mir zwei junge Männer die Boxen mit den freundlich wedelnden Hunden auf einen Trolly zu stellen. Und nun kam die einzige Arbeit die so ein FP wirklich machen muss. Ich schob meinen Trolly mit den Boxen aus dem Zollbereich heraus. Da dürfen die wartenden Tierschützer ohne Flugticket nämlich nicht hinein. Manchmal fragt ein Zollbeamter auch nach den Hundpässen, mir ist das glatt auch beim ersten Mal passiert - und ich glaube der Zollbeamte hat sich innerlich sehr darüber amüsiert, dass ich so aufgeredgt war. Jedenfalls war er sehr nett zu mir.
In der Flughafenhalle warteten schon eine Menge Leute auf mich die mich herzlich begrüßten, mir tausendfach dankten und ihre Hunderln in Empfang nahmen. Als die beiden Kleinen aus der Box stiegen, sah ich die Schätzchen zum erstn Mal. Alle winkten mir noch fröhlich nach als ich mich auf den nach Hause Weg machte. Und ich nahm das sehr gute Gefühl mit, zwei kleinen Seelen auf ihrem Weg in ein besseres Leben wirklich geholfen zu haben.