Wer wir sind

 

Hm, diesen Punkt zu schreiben ist so eine Sache. Sich selber beschreiben ...
Wir sind einfach wir und so wie wir sind.
Eine ganz nomale kleine, manchmal auch etwas chaotische Familie,
die wahrscheinlich genauso ihre Ecken und Kanten hat, wie jeder Mensch
sie haben sollte.
Fangen wir bei dem Stammesoberhaupt an ( denkt er ), also dem lieben Gerd,
ein jung gebliebener 47 jähriger. Gerd ist Softwareentwickler im Berufsleben
und ein PC Chaot privat. Wenn unsere Pflegis alle auf Knopfdruck reagieren würden,
weia, dann wäre er ein Genie. Dem ist aber Gott sei Dank nicht so, denn die haben
alle ihren Dickkopf. Der zweite im Bunde ist Tobias, unser Sohn. Er macht momentan
wie soll es anders seine, eine Ausbildung zum Anwendungsentwickler.
Mit seinen momentan noch 16 jahren benimmt er sich oft wie 3 und denkt er ist 21.
Dann komme noch ich. Ich bin momentan 37 und arbeite in der Altenpflege.
Ich wollte immer dahin, denn diese Menschen haben bei uns ihren letzten Lebensabschnitt
und an diesem lassen einen die Menschen teilhaben. Das erfüllt einen Menschen und gibt
einem sehr viel. Daß dieser Beruf nicht immer nur Zuckerschlecken ist, bedarf
wahrscheinlich keiner Erklärung, aber er ist mein Traumberuf.
Wie kommen solche Menschen auf den Gedanken, aktiv im Tierschutz tätig zu werden?
Ich wollte schon als Kleinkind, glaube ich, die Welt retten, wusste aber nicht wie und liess
an anderen Menschen oft kein gutes Haar. Aber ich war immer sehr sehr gutmütig und
wichtig war für mich immer, daß es anderen gut geht, ich selber bin da Nebensache.
Im Juni 2007 hatte ich eine lebensgefährliche Operation hinter mir und es war ganz
kurz davor, daß ich das nicht überlebt hätte.
Mit der Aussage des Arztes, der mich nachts notoperierte, noch ein paar Minuten,
dann wäre es vorbei gewesen, änderte sich mein Leben.
Ich wollte meinem Leben etwas Sinnvolles geben. Und Sinnvoll sind für mich meine Tiere.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich ja schon Maggy und Lea, zudem wohnte Melanie, meine Schwester
mit ihrer Hündin Snoop bei mir.
Als ich so eines Nachmittags auf dem Sofa döste, kam in VOX eine Sendung über den Tierschutz
und das man Pflegehunde aufnehmen kann bis sie vermittelt sind.
Schnell einen Verein in der Nähe gesucht, angerufen, und dann nahm das Chaos seinen Lauf.
Vor der Platzkontrolle hatte ich Panik, doch die war harmlos. Schliesslich hatten wir ein eigenes
Haus, einen großem Garten und alles hundesicher eingezäunt, sogar unter dem Zaun alles
untermauert, damit die Dinger sich ja nicht durchgraben.
Am 2. September 2007 war es dann soweit. Wir holten nachts um 23.50 Uhr unseren ersten
Pflegehund in Nürnberg am Flughafen ab. Einen ca. 2 jährigen Epagneul Breton.
Ojeh, sah der aus -  er hatte keinen Lebensmut mehr in den Augen und ihm war zu dem
Zeitpunkt alles egal.
Wir fuhren mit ihm nach Hause und ich hatte Zweifel ob wir das schaffen.
Mich akzeptierte er gar nicht, aber meinen Mann. Er durfte sogar nachts in sein Bett und das,
wo er das ja eigentlich bei den eigenen nie wollte. Seitdem schlafen alle Hunde Seite an Seite
mit ihm und er kann wirklich alle Verrenkungen, denn schliesslich brachte er es für kurze Zeit
mal auf 21 Hunde in seinem Bett ( hihi, dabei aber viele kleine Welpis).
Diego taute immer mehr auf und nach ein paar Tagen war er ein so toller glücklicher Hund.
Da wussten wir, wir haben richtig gehandelt und ich war ganz stolz auf uns, ich vor allem auf
Gerd und Tobias. Mein Sohn entwickelte sich in dieser Zeit zum Hunderetter, mein Mann zum
Hundeversteher und ich lief bei den beiden so nebenher. Denn der liebe Diego brauchte ja die
Aufmerksamkeit von beiden.
Wir wurden fast süchtig, ein Pflegehund nach dem anderen traf bei uns ein.
Wir lernten wahnsinnig viel in dieser Zeit, erfuhren viel über Erkrankungen, über Erziehung,
über Charaktereigenschaften und wir fingen an, die Hunde und ihre Sprache zu verstehen.
Manchmal dachte wir, besser gesagt, ich mutiere noch zum Hund. Mir wuchs nur kein Schwanz.
Jeden einzelnen haben wir geliebt und es brach uns oft das Herz, wenn sie vermittelt wurden.
Zwischen all den Hunden hatten wir auch 2 trächtige, einmal unsere Emi, die hier ankam und
am 28. Juni 2008 in Tobias Bett 11 Babys gebar, kurz darauf unsere Honey, die am 7. November
2008 per Kaiserschnitt von ihren 12 Babys entbunden wurde.
Diese zeit war sehr turbulent und wie unsere Wände und unser Haus nun aussahen brauchen wir,
glaube ich, gar nicht beschreiben. Unser Garten ist einzigartig, soviele grosse Löcher hat keiner.
Das sind Erfahrungen die wahnsinnig toll sind, aber auch sehr anstrengend, da ich bei jedem Piepser
schon gerannt bin.
Das Pflegestelle nicht alles ist, wurde mir immer mehr bewusst, als mein Elijah, einer der Emi Babys
schwer Herzkrank war. Er hatte eine dumme Diagnose, er sollte nicht alt werden.
Nenene das ging nicht, sofort erwachte die Löwin in mir und es wurde nach Lösungen gesucht.
Am 6. November 2008 wurde er erfolgreich in Giessen operiert.
Kurz darauf durfte er zu einer ganz tollen, liebevollen Familie ziehen. Und das tat weh.
Ich kann heute noch nicht denn Namen Elijah aussprechen ohne zu heulen.
Wir hatten dann im Jahr 2009 auch ganz viele tolle Hunde, dabei auch 5 Hunde, die um ihr Leben kämpften.
Sie kamen durch. Da kam uns der Gedanke, das es im Ausland hunderte und tausende solcher Hunde gibt.
Sie haben nichts zum Essen, keinen warmen Schlafplatz, keine Kiste Spielzeug oder 5 Kisten wie bei uns,
keine Riesenkiste Kauknochen, sie haben nur eines. Angst, Quälerei und Hunger.
Ich kann einen Hund in Pflege nehmen, dafür landen wieder 10 an der Kette.
Man muss die Ursache vor Ort bekämpfen ( näheres unter Ziele).
Das ist die ganze Idee, das wir alle nicht gegeneinander arbeiten, sondern zusammen.
Ich habe durch meine Pflegis ganz viele tolle Menschen kennengelernt, die hinter mir stehen und mich
unterstützen; meinem Mann und mir Mut geben und Kraft, neu anzufangen und etwas aufzubauen,
für die Tiere und für die Tierschützer.
Wir freuen uns beide auf diese neue Herausforderung, denn es muss selbstverständlich Vereine geben,
die Tiere nach Deutschland holen und ihnen eine Zukunft geben, und jeder Verein muss das auf seine
eigene Art und Weise tun, denn sie haben sicherlich alle ein Ziel. Ein Tier zu retten.
Aber mein Mann, mein Sohn, meine Freunde und ich müssen dies auf unsere Weise tun.
Und diese ist einfach, ... da wir so sind wie wir sind, Chaoten mit Ecken und Kanten, mit vielen Fehlern,
aus denen wir nur lernen können, die aber eines garantiert nicht verlieren möchten, ihre Menschlichkeit
und Akzeptanz allen anderen Erdenbürgern, ob Mensch oder Tier gegenüber .
Selbstverständlich gibt es hier ja noch mehr Mitstreiter, die werden alle in den kommenden Unterpunkten aufgeführt.

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